Rezepte - Schnaps, Ätherische Öle, Essig

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Rumerfahrungen

Kräutergeist am 11.06.2015 09:55:15 | Region: aus dem wilden Süden
Hallo liebe Brennergemeinde,
ich möchte euch einige Erfahrungen von mir in punkto Rumherstellung mitteilen.
Ich habe letztens meinen dritten Rum aus Zuckerrohrmelasse gebrannt. ( Bezugsquelle aus der Bucht )
Die wichtigsten Infos:
Ansatz: 2,5l Melasse mit 10l Wasser und 5l Dunder ( Maische-Rückstand vom letzten Brennvorgang )
Saft von 1 Zitrone, 2kg Zucker, 1 Packung Backhefe frisch.
Alles gut vermischen und gären lassen.
Beim ersten Ansatz wird der Dunder einfach durch Wasser ersetzt, leider ist der Brand nachher eher als Backzutat oder zum Mischen mit Cola geeignet.
Achtung! Rummaische ist sehr aufschäumend, nachdem die Gärung ( die sehr heftig abläuft ) eingesetzt hat,
nicht umrühren oder schütteln, auch keinen Zucker mehr nachgeben! ( ich hab schon 2 mal meinen Kellerboden gewischt, weil ich unvorsichtig war!
Eine Möglichkeit ist natürlich einen sehr großen Behälter zu nehmem und max. die Hälfte zu befüllen. Dann sollte es auch noch möglich sein später nochmal Zucker einzurühren.
Den Brand veredle ich mit Limousineichechips, verschiedene Toastungen ( ca. 2 Teelöffel mittlere Toastung, 1 TL natur, 1 TL leichte Toastung, 1/2 TL starke Toastung auf ca. 3 Liter Brand )
Rum brenne ich immer zweimal, da ich gegenüber Obstbränden beim ersten Brand immer ein paar Schwebstoffe mit rein bekomme, trotz Schaumstop.
( Ist aber auch eine üble schwarze Maische, die übrigens bei der Gärung stark nach Lakritz duftet )
Das Ergebnis wurde von einem Rumkenner für genial eingestuft. ( mit Dunder nach 3 Monaten Lager und Reifezeit )

Viel Spass beim nachbrennen!

PS: Ich friere immer 5 Liter Dunder im Kanister ein fürs nächste Mal!

RE: Rumerfahrungen

Popcorn Sutton am 14.06.2015 06:27:04 | Region: Appalachen
Hallo Kräutergeist

danke für das schöne Rezept, ich werde das wohl auch mal ausprobieren.
Ich hätte da aber noch mal ein zwei Fragen...

Muss es Backhefe sein ? oder kann es auch nee Turbohefe sein ?
Auf was für einen Alkoholgehalt kommt deine Maische mit normaler Backhefe ?
Wie lange ist so ca. deine Gärzeit mit normaler Hefe ?
und zu guter letzt...wie lagerst du ? Glas oder Holzfass ?

danke im voraus für die Antworten....

Popcorn Sutton

RE: Rumerfahrungen

Kräutergeist am 15.06.2015 21:21:28 | Region: aus dem wilden Süden
Ich verwende meist Backhefe, ist preiswert, sehr zucker- und hitzetolerant. Auf den amerikanischen Brennerseiten wird auch fast nur Backhefe verwendet für Rum.
( Ich nehme immer frische, keine Trockenhefe )
Prinzipiell geht sicher auch eine Turbo- oder andere.
Meine höchsten Alkoholgrade mit Backhefe waren bei ca. 14-15 % ( Das hat z. B mein selbstgemachter Kirschwein vom letzten Jahr )
Die Rummaische hab ich noch nie genau gemessen, aber die Ausbeute war gut, deshalb schätze ich schon über 12 %.
Die Gärzeit ist ca. 6-8 Wochen bei 18 Grad Raumtemperatur, wenn es wärmer ist geht es noch schneller.
Wie ich oben geschrieben habe veredle ich mit Chips in Glasflasche, wobei ich die Flasche nur mit etwas Küchentuch und einem Gummiring verschließe, damit das ganze atmen kann. 2 - 3 Monate sollte es ruhen,
wobei es schon nach 10-14 Tagen durchaus lecker riecht und schmeckt.
Ich bin mal gespannt wie er nach 2-3 Jahren schmeckt, ich werde die Chips drin lassen.
( Nur nicht zuviel nehmen, nachgeben kann man immer noch! )
Wenn man verschiedenste Röstungen benutzt, kommt man meines Erachtens ganz gut an das Geschmacksprofil von einer Fasslagerung ran.

RE: Rumerfahrungen

Popcorn Sutton am 16.06.2015 04:44:29 | Region: Appalachen
Hallo Kräuterhexe,

vielen dank für deine schnelle Antwort.
Ich werde das auch mal probieren....der Winter is ja lang.....grins...

RE: Rumerfahrungen

Grog am 28.06.2015 12:55:04 | Region: Atlantik
@Kraeutergeist, den Dunder hab ich selbst noch nie als Ansatz probiert. Hab in etlichen Destillerien gesehen dass die darauf verzichten (Gaerschwierigkeiten) und einige die darauf schwoeren. Ueber Geschmack laesst sich ja bekanntlich nicht streiten, ist halt immer ein probieren und Erfahrungen sammeln. Da ich jetzt aber neugierig geworden bin werde ich es mal versuchen und gucken ob ich einen Unterschied merke und evtl. berichten, dein Rezept hoert sich aber super an.

Ich selbst gehe wie folgt vor:
Fuer die Produktion der Vinasse bring ich 5l Wasser zum kochen und mische dann 5l Melasse unter.
Dann kommt 1l Ananassaft (100%, nicht verduennter Saft) dazu. 1kg Zucker wird eingeruehrt.
Filtriert Zitrussaefte immer zuvor wegen der Methanolproduktion beim Vergaeren von evtl. Zellwandrueckstaenden der Zitrusfruechte.
Anschliessend wird der Sirup mit 10l kalten Wasser verduennt und die Maische betraegt nun in etwa 30°C.
Noch alles mit Biogen-M auf ein ordentlichen PH-Wert einstellen. Habe dies Anfangs noch mit Zitronensaeure gemacht (alles um keine Chemie zu benutzen), aber das ewige rumgemesse des PH-Wertes in der dunklen Pampe wurde mir dann doch zu viel des Guten.
Hefe in 150ml 30° warmes Wasser fuer 15 Min. rehydrieren lassen und dann ein Teeloeffel von der Maische dazugeben und ordentlich umruehren. Warten bis der Starter eine Schaumkrone bildet und dann rein in die schwarze Bruehe. Noch ordentlich Luft unterruehren und dann fuer 5 Tage, max 1 Woche bei Zimmertemperatur (21-23°C) gaeren lassen. Gebe dann nochmals im Laufe der Fermentation 2kg Zucker dazu, also schon ab den ersten Tag 0.5kg Zucker/Tag.
Ich selbst benuetze die MoonshinersChoice oder Rum Distillers Yeast zur Vergaerung und habe mich mit beiden immer super gefunden. Sind halt Reinzuchthefen, aber habe da auch schon Erfahrungen gehoert und gesehen wo normale Backhefen benutzt wurden.
Die vergaerte Vinasse ruht dann bei Gaerende noch mindestens 1 Monat im Keller oder idealerweise auch 3 wenns meine Geduld zulaesst.
Anschliessend wird gebrannt, Vorlauf abtrennen und zwischen 81 u. 91° den Rum sammeln. Man kann hier noch Cuts machen und evtl. den Nachlauf sammeln, aber habe bis jetzt eben die 10° immer direkt gesammelt und ergeben dann knapp 5l 65%igen Rum.
Denn lasse ich dann fuer 4 Wochen mit zirka 25g Limousinenchips (mid toasted - 150-180°C im Ofen gebacken) ruhen (wer auf Spiced Rum steht kann hier noch Limettenschalen, Ingwer, Anis, Sultaninen od. je nach belieben andere Gewuerze dazugeben) und verduenne anschliessend auf 40% wobei ich pro Liter verduennten Rum noch 30g karamellisierten Zucker untermische. Man kann hier statt den Karamell das chemische Zuckercoloeur dazugeben. Verzichte aber darauf gerne und der Natukaramell verleit dem Endprodukt auch eine eigene Note.
Fuer die Verarbeitung und Destillation benutze ich einen 30l Edelstahlkuebel und hatte mit den zirka 20 Litern Vinasse noch nie Probleme wegen uebertriebener Schaumbildung. Brenne auch nur einmal um Aromaverluste zu vermeiden.

Cheers!

Rum must, sugar may, water can...

RE: Rumerfahrungen

Kräutergeist am 29.06.2015 16:53:00 | Region: aus dem wilden Süden
Ich bin bei der Herstellung der Maische immer den einfachsten Weg gegangen. Einfach alles kalt anrühren ( Melasse, Dunder, Hefe, Zitronensaft )
Das hat bisher immer reibungslos funktioniert.
Die Backhefe hat immer alles zuverlässig vergärt.
Gut manchmal braucht es etwas länger bis alles durchgegoren ist, aber das liegt sicher auch an meinen Kellertemperaturen.

Grüße
Kellergeist

RE: Rumerfahrungen

Grog am 01.07.2015 15:49:23 | Region: Atlantik
Jo ich gebe die Melasse in siedenden Wasser weil ich da immer etwas uebervorsichtig bin wegen der eventuell vorhandenen Unreinigkeiten. Weiss ja nicht was die Melasse schon alles so erlebt hat auf den Weg in mein Pot.

MfG,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Grog am 17.10.2015 02:06:54 | Region: Atlantik
Tagchen liebe Rumgemeinde!

Hier neue Erfahrungen meinerseits.
Soeben mit dem brennen vom Rum fertig. Schnueffel hier und schnueffel dort, hab ich schlussendlich wieder fast alle cuts im Endprodukt gekippt.

Dieses mal hab ich, wie versprochen, in der Maische aber 5L Wasser mit dem abgekochten Dunder (die Kueche roch danach ziemlich schlimm nach Lakritze) vom Juli ersetzt. Das Resultat in Sachen Gaerung war eigentlich unproblematisch und wie eh und je gehabt.
Habe schlussendlich mit 11L Wasser, 5L Dunder, 5L Melasse u. 2L Ananassaft eingemaischt.
Im Destillat selbst kann ich im Moment kein grossen Unterschied schmecken, riecht vielleicht etwas fruchtiger als sonst, kann aber auch am Ananas liegen... oder vom vielen Kosten der cuts! :D

Jedenfalls sind von diesen batch schon mal 3L auf Gewuerzen und Holz zur ruhe gekommen, waehrend der Rest wie gehabt normal nur auf Holz lagert.

Sollte jemand demnaechst auf dem Captain Morgan- bzw. Krakentrip kommen und sich das Geld fuer den Chemiekram (Essenzen, Zuckercoleur u. Farbe) sparen wollen, hier meine Rezeptur fuer einen klassischen Caribbean Spiced Rum, auf Basis eines gelagerten Rums, unverduennt 55-65%:
1 Vanillebohne (in der Laenge nach aufschneiden)
3 Gewuerznelken
1 kleine Zimtstange (aufbrechen)
5 Pimentkerne (oder 3Pimentkerne u. 4 schwarze Pfefferkerne, das gibt dann ein wenig mehr Pfiff)
1/4 TL Anis (Samen oder evtl. 1 ganze Sternanis)
1/2 Muskatnuss
2 Streifen Ingwer
Schalenstreifen einer 1/2 Orange
Schalenstreifen einer 1/2 Limette
Die Gewuerzmengen sind fuer 1L ausgerichtet, dementsprechend anpassen (fuer 3L nehm ich nur die doppelte Menge), kann dann immer noch nach Liebe und Geschmack nachgewuerzt werden.
Hin und wieder umruehren.
Nach mindestens 1 Monat dann alles filtern, und mit 30g Zucker/L Endprodukt karamellisieren.

Prost,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Grog am 17.10.2015 15:36:35 | Region: Atlantik
P.S. hab vergessen zu schreiben dass fuer die Gewuerze halt ein heavy-Rum her muss, also bitte mit Potstill destillieren.
Den Saeulenfussel oder gar das Refluxwasser koennt ihr euch fuer Cocktails sparen :)

RE: Rumerfahrungen

Kräutergeist am 17.10.2015 15:46:06 | Region: aus dem wilden Süden
@Grog
Freut mich das es mit dem Dunder geklappt hat!
Bitte teil uns nach der notwendigen Lagerung mit,
wie du dein Endprodukt beurteilst, bin schon neugierig.
Grüsse
Kräutergeist

RE: Rumerfahrungen

Grog am 17.10.2015 23:46:23 | Region: Atlantik
Das dauert dann ein wenig, aber in zirka ein Monat gibts dann die ersten feedbacks :)

Noch zum vorherigen Post, falls ihr den Rum wuerzt, bitte wie beim Limoncello gucken das weisse von der Schale weg zu lassen. Ansonsten wirds bitter...

RE: Rumerfahrungen

BulleBalle am 12.11.2015 18:16:42 | Region: Emsland
Mal einen Gruß aus dem Emsland.

Ich hab mal eine (blöde) Frage.

Kann ich die einfache Melasse aus dem 5L Kanister nehmen?

Oder muss es die Bio-Melasse sein.

Würde mich gern mal " Rum " experimentieren.

LG

RE: Rumerfahrungen

Kräutergeist am 12.11.2015 20:45:01 | Region: aus dem wilden Süden
Meine Melasse hab ich immer über die Bucht bezogen,
kein Bio Produkt. War als Einzelfuttermittel deklariert.

Grüße
Kräutergeist

RE: Rumerfahrungen

BulleBalle am 16.11.2015 17:20:27 | Region: Emsland
Danke

RE: Rumerfahrungen

Grog am 26.11.2015 02:33:10 | Region: Atlantik
@BulleBalle, ich nehm meist den 5L Kanister von Multikraft, mit 15? hast du fuer 23L Vinasse genug. Auf wieviel % du dann aufzuckern willst haengt von dir ab.

@Kraeutergeist, nach mehr als ein Monat Lagerung habe ich den Neu-rum mal gekostet. Im Geschmack alles wie eh und je.
Habe mal kurz bei den Amis nachgeguckt und da schreiben die dass der Dunder als Futter fuer die Yeasties dient und fuer typische rum-oils bzw. ester-oils verantwortlich ist.
Esternoten sind vor allem im Nachlauf, verteilen sich aber bei ner Potstill auf die gesammte Destillation. Ich kann aber nichts Merkwuerdiges ausmachen, der Geruch und der Geschmack sind wie immer. Habe zwar dieses Mal schon bei knapp unter 91°C abgetrennt und die letzten beiden cuts waren mir etwas streng im Geruch (etwas Nachlauf-maessig), kamen dann auch nicht im Endprodukt, aber an sonsten alles wie immer.
Aber falls ich in Zukunft mal ein batch mit Brothefe anstatt den Reinzuchthefen ansetze (wird noch kommen...) sind nutrients immer gern willkommen.

Gruesse,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Kräutergeist am 26.11.2015 19:06:23 | Region: aus dem wilden Süden
@Grog
Ich habe bis jetzt drei mal Rum angesetzt, das erste Mal ohne Dunder, dann immer den Rest Dunder für den Nächsten. Wenn ich meine 3 Rums direkt vergleiche, merke ich schon einen feinen Unterschied, ich meine eine Steigerung zu erkennen. Wobei ich natürlich nicht garantieren kann, ob immer die gleiche Menge Eichechips ( verschiedene Röstungen ) im Spiel waren.
Ist daher auch schwierig zu beurteilen ob es am Dunder liegt.
Ist aber eigentlich auch egal, hauptsache das Ergebnis schmeckt!!
Zum Wohl
Kräutergeist

RE: Rumerfahrungen

Grog am 20.04.2016 22:48:03 | Region: Atlantik
Morgen wird erneut Rummaische angesetzt. Da ich jetzt mit Kolonne und Reflux arbeite kann ich mir die hohen Prozente in der Maische sparen und gucken schneller mit der Fermentation zu fahren. Ich versuch mal die Melasse auf 1:5 (anstatt 1:4) runter zu fahren um alles fluessiger zu kriegen und die Fermentation zu beschleunigen. Des weiteren (nach dem Birdwatchers Experiment) spielte ich mit den Gedanken Duenger und Bittersalz dazu zu mischen, doch Melasse muesste an sich schon genug Kalium und Magnesium haben.
Das Kalziumcarbonat als PH-Puffer eigne ich mir aber an und um den anfaenglichen Wert zu senken setze ich mal komplett nur auf Ananassaft (PH 3.5 gemessen). Haette noch Biogen oder koennte auch Zitronensaeure nehmen, aber ich versuchs mal ganz easy. Mal gucken wie sich dann alles so ergibt.
Als Hefe setze ich dieses Mal auf der bewaehrten Wuchtelhefe aus dem Lebensmittelgeschaeft. Kostet einiges weniger als die Rumhefe aus dem Shop.

Rezept:
5l Dunder
5l Melasse (40% Zucker)
3.5Kg Zucker
2l Ananassaft (10% Zucker)
13l Wasser
20gr Kalziumcarbonat
40gr Hefe

Gruesse,
der experimentierende Grog

RE: Rumerfahrungen

der wo am 21.04.2016 11:25:00 | Region: da wer
Yeah, Du spielst mit der Matrix...
-Bei Dünger geht es vor allem um Stickstoff.
-Mit dem Dunder hast du eigentlich schon genug niedrigen pH, Ananassaft brauchts da eigentlich nicht, aber mach das ruhig.
-Vor dem letzten kilo Zucker würde ich Oechsle messen, nicht daß es zu viel ist.

RE: Rumerfahrungen

Grog am 22.04.2016 01:40:50 | Region: Atlantik
ehm... haette sollen dein post frueher lesen :D War noch etwas Restzucker im Dunder oder doch mehr Zuckergehalt in der Melasse als angegeben. Zum Glueck hab ich nur 3Kg Zucker reingetan bevor ich gemessen habe. Musste dann noch 2l Wasser dazugeben um auf 23Blg runter zu kommen. Heist dann halt etwas mehr als die angestrebten 12,5% Alk und Restzucker im neuen Dunder.
Den Ananas habe ich trotzdem reingetan aber der Kalziumcarbonatpuffer funktioniert gut, nach 4 Stunden blubberte der Gaerspund bereits.

Also nochmals die Rezeptur, diesmal mit nachgebesserten Werten:

- 5l Dunder
- 5l Melasse (40% Zucker)
- 2l Ananassaft (10% Zucker)
- 2.5Kg Zucker (spindeln und evtl. auf 94°Oe bzw. 22,5% Brix/Blg nachzuckern)
- 13l Wasser
- 20gr Kalziumcarbonat (als PH-Puffer)
- 40gr Hefe

Auf meinen 20gr Hefetuetchen aus den Lebensmittelgeschaeft steht "entspricht der Mengen von 1/2 Germwuerfel", also evtl. 1 ganzen Germwuerfel zu verwenden wuerde auch gehen. Sauberer finde ich's aber mit der luftdicht verpackten Trockenhefe.
Wie der Wo bereits geschrieben hat, den Ananas zum ansaeuern kann man sich sparen falls man Dunder benuetzt, dann halt 2l Wasser mehr berechnen. Geschmacklich wird's kaum ein grosser Unterschied sein, es hat sich bei mir halt so eingefahren mit dem Ananas in der Rummaische.
Die Menge des obigen Rezeptes passt in ein 30L Fermenter, bleibt noch Luft um keine Ueberraschungen zu erwarten.

Was ich jetzt neu versuche ist mal die Gaerung bei zirka 25°C verlaufen zu lassen. Die Reinzuchthefe haette bei dieser Temperatur vielleicht ihre Problemchen, mal gucken was die Suesswarenhefe dazu sagt...

RE: Rumerfahrungen

Grog am 22.04.2016 22:38:58 | Region: Atlantik
Update: Teufel wie das fermentiert! :D
Also dass ist schon ganz was brutal anderes als sonst. Habe ich aber schon bei der Birdwatchers-ploerre beobachtet. Diesmal ist es aber sogar noch heftiger.
Die Raumtemperatur betrug heute 25°C und die Maische war bei 29,5°C, ich fands ueberhaupt nicht gut und habe mal die Heizung ausgemacht und mit Wasser runtergekuehlt. Nun bei 26°C blubbert der Fermenter immer noch heftig. Wahrscheinlich wird so gerade einiges an Aroma ausgeblasen, die Fermentation denk ich wird aber rasch zu Ende sein. Duerfte aber alles noch im Grenzbereich sein, in der Karibik wird der Rum ja auch bei 25-30°C angesetzt und es gelingt dort auch.

Die Verdaechtigen des wilden Treibens sind in Reihenfolge:
1. Die Temperatur, wobei ich sagen muss dass es die gleiche wie beim Birdwatchers-Experiment ist, dort aber die Fermentation nicht ganz so heftig verlief;
2. Die Wuchtelnhefe... bin neugierig auf's Endresultat, vielleicht bin ich ja auf ne guenstige und doch qualitative Alternative zur Reinzuchthefe gestossen;
3. Die Kombination von 1+2 mit den Naehrstoffen der Melasse, welche vielleicht mehr von Hause mitbringt als die 2 Loeffel Duenger beim Birdwatcher-Experiment.

Beguenstigt wird vielleicht alles noch von der fluessigeren Maische als sonst.

RE: Rumerfahrungen

Grog am 27.04.2016 01:44:43 | Region: Atlantik
Endergebnis der Fermentation:
Seit gestern Abend ist keine Aktivitaet des Gaerspundes mehr zu beobachten gewesen. Heute dann vom Fasshahn aus das Spindelroehrchen gefuellt und nachgemessen. Resulatat war 0 Blg, bzw. knapp drueber, so gut wie aller Zucker duerfte weg sein.
Die Zimmertemperatur wurde die letzten Tage so geregelt, dass die Maischetemperatur immer zirka 25°C betrug.
Also das Fazit: Ja, die angewendete Prozedur hat den Gaervorgang deutlich beschleunigt. 4-5 Tage anstatt der ueblichen 7-10 ist schon ein Unterschied. Vom Geruch in der Luft kam mir das Endresultat identisch wie eh und jeh vor, will im Moment aber noch nicht den Bottich oeffnen um die Maische zu kosten. Werde beim brennen nochmals berichten wie dann schlussendlich der Geschmack ausfaellt.
Ob sich die niedrigeren Prozente und dafuer die kuerzere Gaerzeit lohnen muss jeder selbst entscheiden. Wie schon Anfangs geschrieben zahlt sich diese Methode eher bei einer Kolonne als bei ner Potstill aus.

RE: Rumerfahrungen

Grog am 04.05.2016 16:41:01 | Region: Atlantik
Nach der Destillation und zweittaegigen Belueftung erkenne ich nun erste Unterschiede zum sonstigen Endprodukt nach alten Rezept.
Der frische Rum ist ueberhaupt nicht scharf auf der Zunge und hinterlaesst bei verduennter Probe einen melassigen kakaomaessigen Geschmack auf der Zunge.
Die erleichterte Abtrennung (dank sei der Kolonne) ist wahrscheinlich der Hauptgrund des sauberen Brandes. Als ich Anfangs nur die hearts gekostet habe kam mir der Geschmack ziemlich leer vor, habe dann doch ein paar fruehe Fraktionen der tails dazu gegeben und das Ergebnis ist jetzt wie oben beschrieben.
Schlussendlich kann ich behaupten dass (zumindest vielleicht bei Rum) die 3-5°C bei der Fermentation nicht einen grossen geschmacklichen Unterschied ergeben haben, doch in Kombination mit weniger Melasse in der Maische, die Gaerzeit um zirka 3 Tage verkuerzt hat.
Die Suesswarenhefe hat auch prima funktioniert, habe zwar keine Laborwerte der vergorenen Maische, aber rein geschmacklich war diese identisch jener der mit den Reinzuchthefen vergorenen Rummaische. Etwas mehr Vorlauf als sonst kam trotzdem Zustande, so zirka 250ml. An was das lag kann ich nicht sagen, vielleicht die Temperatur oder lag es wirklich an der Hefe?

Die Temperatur und Prozente der jeweiligen Fraktionen poste ich im thread meiner Destille, also hier:
http://www.schnapsbrennen.at/diskussion/20160314080634-01.html#20160314080634-01

Gruesse,
Grog

RE: Rumerfahrungen

augenröter am 07.06.2016 13:22:12 | Region: nrw
moin.kann ich die melasse so brennen ohne das sie übergeht,oder muss ich antigel beifügen.

RE: Rumerfahrungen

Grog am 08.06.2016 11:42:59 | Region: Atlantik
Hallo Augenroeter,

du meinst Antischaum. Mir ist bis heute noch nie was uebergeschaeumt, fuelle aber diesbezueglich die Blase nur zu 3/4.
Hatte sie einmal etwas voller gefuellt und da auf knapp 30L 3EL Speiseoel dazu getan, hat auch prima funktioniert. Ob's was hilft ist halt nur Theorie, wuerde da eher auf Antischaum setzen.
Guck auf jeden Fall dass die Gaerung ausgeklungen ist, ansonsten kann ich mir vorstellen dass die Melasse ziemlich froehlich werden koennte.

MfG,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Adam am 03.09.2016 23:00:25 | Region: Salzburg
Hallo,

danke für deine ausführliche Beschreibung.
Ich lese hier sehr intensiv die Berichte über die Rumherstellung und auf welche Weise jeder an die Sache heran geht. Nun habe ich oft den Begriff "Melasse aus der Bucht" gelesen. Was ist damit gemeint? Ich finde im Internet bei der Suche nur Melasse für die Zugabe im Tierfutter.

Über eine Antwort würde ich mich freuen

RE: Rumerfahrungen

Grog am 06.09.2016 18:35:23 | Region: Atlantik
Hallo Adam,

Melasse aus der Bucht ist teilweise handelsuebliche Futtermelasse die du eben auf dem bekannten online Verkaufsportal findest. Es gibt mehrere Marken, die von Multikraft (5L) ist von guter Qualitaet, nur gibt's die seit neuestens nur in fermentierter Variante (Bio-EM). Musst du halt gucken ob jemand noch Reserven von der normalen Melasse hat.
Ansonsten googeln, da neuerdings eben Bio-EM angesagt ist wirst du da recht schnell fuendig.
Ansonsten Futtermelasse ist allemal gut, die hat normal min.48-50% Restzuckeranteil.

MfG,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Adam am 10.09.2016 09:07:24 | Region: Kaukasus
Vielen Dank für die Hilfe,

ich versuche grade dein Rezept nachzumachen,
in einer kleineren Form. Habe alles durch 3 geteilt, etwas auf und ab gerundet und die Spindel bewegt sich nach 6h wie verrückt. Der Ph-Wert lag bei 3,8 und durch meine Vorfreude habe ich den Zucker 0.8 kg gleich rein ohne zu messen. Am Ende den Fehler gemerkt, hatte aber trotzdem noch ca 105 Oechsele.
Bin gespannt was am Ende raus kommt denn eines muss ich sagen, so wie die Melasse riecht kann es nur besser werden. Man denkt bei Rum immer an eine gewisse süße, an Obst und Gewürze, da dachte ich das die Melasse auch süßlich riechen wird, weit gefehlt :-)

Es gibt ja viele unterschiedliche Zutaten die man einem Rum beigeben kann um seinen Geschmack zu beeinflussen. Wäre toll wenn man hier auch Zutaten austauschen könnte. Im Internet ist diesbezüglich nämlich nix zu finden.

RE: Rumerfahrungen

Grog am 10.09.2016 20:51:23 | Region: Atlantik
105Oe ist schon ne haushohe Nummer als Startwert, aber na gut, wenn der Gaerstart erfolgt ist duerfte schon nicht mehr viel schief gehen. Haengt dann auch ab was du fuer ne Hefe verwendest und ob diese dann die 14%(pi x daumen) Alk aushaelt. Unter Umstaenden wird sich das Ende der Fermentation, so ab die 12%, ewig lang rauszoegern. Ist aber denk ich auch nicht so'n grosses Problem.

Die Melasse selber riecht nach Lakritze/Suessholz. Aendert sich dann schon im Geruch waehrend der Fermentation. Der dampfende Dunder nach der Destillation riecht hingegen uebel, fast schon zum wuergen :D

Der Rum an sich kriegt sein typischen Karakter erst mit der Lagerung, einerseits vom Holz wo er normal lagert (also bei uns Hobbiisten von den chips oder Eichenspaehnen), andererseits von der Veresterung durch den Kontakt mit der Luft (unbedingt ein paar Tage lueften).

Falls du mit Aromen den spiced Rum meinst (Morgan's, Kraken, El Dorado, KiloKai usw.) dann findest du weiter oben mein Beitrag diesbezueglich.
http://www.schnapsbrennen.at/rezepte/20150611095340-01-01-01-01-01-01-01-01.html#20150611095340-01-01-01-01-01-01-01-01
Dieses Rezept ist aber schon eine ziemlich deftige Aromabombe. Auch fahr ich mittlerweile weniger Karamell, so 20g/L.
Versuchs erst mal nur mit 1 Vanillebohne, 1/3 Zimtstange, 2 Gewuerznelken, 3 Pimentkerne (Nelkenpfeffer, die grossen dunkelgrauen Kerne), ne TL-Spitze Anis u. je nach Geschmack (wenig) 3-5 Streifen Orangenschale (unbedingt das weisse weglassen). Mit 20g/L Karamell verschoenern.
Pfeffer, Ingwer und Muskat lass mal weg, wird sonst etwas pfiffiger.
Die obigen Rezepte beziehen sich auf 1L Produkt, guck ja nicht ueber 65%igen Rum zu verwenden, ansonsten werden Bitterstoffe aus den Zutaten geloest. Oft ist's besser ein 58-60%igen Rum zu nehmen und alles laenger zu lagern. Dauert dann gut 1 Monat.

RE: Rumerfahrungen

Adam am 10.09.2016 23:14:20 | Region: Kaukasus
Ich habe handelsübliche frische Backhefe genommen.

Ich versuche das jetzt zum ersten mal und freue mich wie ein Kind darauf. Ich werde das wohl ganz oft probieren und experimentieren.
Als Destille hab ich mir den Multitopf umgebaut mit einem Liebigkühler.

Da man bei Rum auf kein Obst etc. angewiesen ist und ich ihn sehr gerne trinke werde ich darauf mein Augenmerk legen.

Vielleicht gibt es ja noch mehr Leute hier die am Rum(experimentieren) sind und benutzen auch andere Zutaten wie Kaffee, Schokolade etc.
Wäre toll wenn man sich da weiterhin austauschen könnte.
Ich werde hier meine Erfahrungen jedenfalls immer eintragen und bei Fehlern die ich mache, bitte ich um Korrektur.

Grüße
Adam

RE: Rumerfahrungen

Grog am 12.09.2016 10:45:36 | Region: Atlantik
Es gibt keine Grenzen nach oben, mit Aromen kann man eigentlich soviel experimentieren dass es dann schlussendliche nur eine Frage des Geschmackes ist.
Falls du auch Rum fuer Cocktails verwendest, also pur und ungelagert, einfach den weissen Rum wie er aus der Destille kommt unverduennt in Flaschen fuellen, statt nen Verschluss ein Kaffeefilter mit Gummiband fixieren und so 7-10 Tage atmen lassen. Danach auf 40% runterverduennen.

Gruesse,
Grog

RE: Rumerfahrungen

Adam am 13.09.2016 05:59:03 | Region: Kaukasus
Vielen Dank Grog,

der Gärspund bewegt sich nun deutlich weniger, lange kann es nicht mehr dauern. Mir ist gestern Abend aufgefallen das sich auf dem Boden ein heller Film bildet. Ich nehme mal stark an das das normal ist, soll ich diesen filtern bevor alles in meine Destille kommt?

RE: Rumerfahrungen

Grog am 13.09.2016 14:44:28 | Region: Atlantik
Dass du ueberhaupt in der schwarzen Bruehe was siehst :D
Ich lasse nach Gaerende normal alles noch einige Tage (3-5) stehen und entleere danach den Gaerbottich direkt in die Destille. Mein Gaerbottich hat allerdings den Ablasshahn so zirka 2cm ueber dem Bottichboden, da sammelt sich dann die Hefe. Die vergorene Rummaische vom Bodensatz abziehen waere sicher auch ne Option wenn du dass irgendwie hinkriegst.

RE: Rumerfahrungen

Adam am 13.09.2016 18:11:15 | Region: Kaukasus
Ich hab alles in einem 10l Glasballon ohne Hahn und kann es schön beobachten. Ich finde es klasse zu sehen was da passiert und es sich verändert. Ist halt nur doof zu säubern und etwas abziehen noch mehr. Sollte das Ergebnis so einigermaßen zu gebrauchen sein wird expandiert mit nem Kunststofffass.

RE: Rumerfahrungen

Adam am 24.09.2016 23:28:40 | Region: Kaukasus
Wie versprochen wollte ich hier weiter berichten.
Habe heute den Brennvorgang gestartet.

Alles aus dem 10l Ballon rein in meinen Multitopf. Am Boden vom Ballon ist die Hefe kleben geblieben, das habe ich nicht mit rein. Am Anfang schnell auf 60 Grad aufgeheizt dann auf meinem Herd die Platten getauscht und auf einer kleineren langsam weiter hoch geheizt. Ich habe hier ein Mess-Zylinder und habe in 250ml Zyklen das Destillat aufgefangen um im gleichen Atemzug mit meinem Alkoholmeter zu messen. Mein selbst gebauter Liebigkühler scheint zu funktionieren und ich habe folgendes heraus bekommen:

1. 250ml von 80-82° / 68%
2. 250ml von 82-84° / 64%
3. 250ml von 84-86° / 55%
4. 250ml von 86-87° / 48%
5. 150ml von 87-88° / 41%
6. 100ml von 88-89° / zu wenig zum messen
7. 100ml 89° / zu wenig zum messen
8. 100ml 89° / zu wenig zum messen
9. 100ml 89° / zu wenig zum messen
10.100ml von 89-90° / zu wenig zum messen
11.100ml von 90-91° / zu wenig zum messen

Ab Position 5 habe weniger abgetrennt. Normal bis 91° Grad sammeln aber der Geschmackstest und rein rechnerisch hat da was net gepasst, den Grund muss ich noch heraus finden.
Rein von der Nase würde ich 1 bis 5 zusammen schütten und dann Gewürze dazu.
Dann ist mir aufgefallen das das Destillat trüb/milchig ist.
Vorlauf kam sehr früh, habe ca. 10ml weg geschüttet.
Der Geruch erinnert auch nicht an ein Rum, das ändert sich nach einiger Zeit und der Zugabe von Gewürzen.

Hoffe auf Resonanz

LG

RE: Rumerfahrungen

Grog am 26.09.2016 23:15:01 | Region: Atlantik
Vor 80°C sind nur 10ml gekommen? Nun gut, mit ner Potstill ist's eh etwas schwerer nen sauberen cut zu machen. Versuch das naechste Mal die Flamme anfangs so niedrieg moeglich zu halten und wirklich nur Tropfen fuer Tropfen zu sammeln. Bei 10L Maische sind 20-50ml Vorlauf eher normal, aber pauschal kann man das nie sagen.

Das truebe Destillat kommt von Uebergekochten, wenn du ein Tuch durch den LK ziehst, ist dieses wahrscheinlich braun... also zuviel Hitze (zu hohe Flamme) im Topf, bzw. den selben zu voll gefuellt.
Du kannst versuchen das ganze durch den Faltenfilter zu geben, aber schwer zu sagen ob du damit die Truebung rauskriegst. Ansonsten koennte man alles nochmal brennen ohne zu verduennen (achtung leicht entzuendbar) um Aromaverlust zu vermeiden.

Der frische Rum ist nur zum Cocktail anrichten gut, aehnlich der Cachaca oder eben den billigen weissen Rum von Bacardi. Von 1-5 klingt gut, wenn das Thermometer richtig kalibriert ist, deine Nase und dein Gaumen sollten aber entscheiden. Muss ja dir schmecken ;)
Den Rest (ohne den Vorlauf) sammeln und irgendwann wenn genug da ist ein All feints run durchfuehren. Auch hast du jetzt Dunder uebrig, also wirst du sehen dass mit diesen der zweite batch aromatischer als der erste sein wird.

Probieren geht ueber studieren :)

RE: Rumerfahrungen

der wo am 27.09.2016 10:29:49 | Region: da wer
War die Maische noch süss nach der Gärung? Oechslewert?

Bei 41% solltest du 95.5°C haben, statt 87-88°C. Deine Werte sind so weit von aller Realität entfernt, daß du erstmal deine Messinstrumente prüfen solltest. Das Alkoholmessgerät mit gekauftem Alkohol, das Thermometer beim Wasser destillieren, die Oechslespindel mit Wasser und genau abgewogenen Zuckermengen.

Falls die °C-Werte stimmen, dann so wie Grog schreibt.
Falls die %-Werte stimmen, hatte die Maische sehr wenig Alk, sollte also noch sehr süss vor dem Brennen geschmeckt haben. Wäre kein Wunder, da Backhefe normalerweise 105 Oechsle nicht ausgärt.
Und dann so etwas wie Rum und mit niedrigen % nur einmal brennen? Auch falls es nicht übergekocht ist kein Wunder, daß es trüb ist, nur einmal gebrannt und bei 41% abgetrennt.

RE: Rumerfahrungen

Adam am 29.09.2016 23:17:16 | Region: Kaukasus
Danke Grog und der Wo,

ich habe mal alles versucht zu prüfen und konnte nichts auffälliges entdecken. Ich habe leider nicht alle Werte vor und nach der Gärung aufgeschrieben. Habe heute meinen 2 Versuch gestartet mit dem Dinger vom 1 Versuch. Diesmal werde ich mehr auf die vollständige Dokumentation achten. Man lernt ja immer dazu.
Ich habe mir auch Gedanken gemacht wegen dem Grund und eine mögliche Erklärung wäre das ich das vorgegebene Loch im Deckel vom Multitopf benutze und das liegt nicht in der Mitte sondern am Rand. Diese Variante habe ich hier auf Bildern gesehen und es so nachgebaut. Ich habe mal nen neuen Deckel bestellt und bringe den Liebig in der Mitte von diesem an.

Ich sollte mich wohl mehr auf die Geschmackssinne verlassen und die Messinstrumente als Richtwert benutzen.

Der wo könntest du mir noch verraten wie du das ausgerechnet hast das ich bei 41% 95,5°C haben soll?

Vielen Dank für die Geduld

RE: Rumerfahrungen

der wo am 30.09.2016 21:15:46 | Region: da wer
Dann hast du Wasser destilliert und es hat 100°C angezeigt? Und das Thermometer ist am höchsten Punkt der Destille?
Ich glaub nicht, daß der Deckel dran schuld ist.

Schau dir mal das Siedediagramm an, die theoretische Grundlage der Destillation:
homedistiller.org/forum/download/file.php?id=32452
ZB Maische 10%:
- von 10% hoch zur blauen Linie ergibt 93°C. 10% kocht bei 93°C. Der Dampf hat dann auch 93°C.
- nun von 93°C rechts rüber zur roten Linie ergibt 53%. 93°C heißer Dampf hat 53% Alkohol.

Das Verhältnis von Dampftemperatur und Dampfalkoholgehalt ist unveränderlich. 93°C hat unter Normaldruck und vorbehaltlich anderer Stoffe als Wasser und Ethanol IMMER 53%. Auch bei einer Refluxdestille.

Reflux verschiebt allerdings das Verhältnis von Maischealkoholgehalt und Dampftemperatur/-alkoholgehalt am höchsten Punkt der Destille. Dh der Dampf von 10%iger Maische hat zwar direkt über der Maische immer 93°C/53%, aber weiter oben zB 90°C/64%. NIE aber zB 90°C und 63 oder 65%.
Daher haben die ersten Tropfen einer Destillation mit 10% im Kessel auch deutlich mehr als 53%. Der Deckel und das Steigrohr sind noch kalt -> Reflux. Aber nicht nur mehr %, sondern auch niedrigere °C. Dampf% und Dampf°C sind immer im selben Verhältnis.

RE: Rumerfahrungen

Adam am 05.10.2016 07:35:11 | Region: Kaukasus
Guten Morgen,

also ich habe mal die Tage alles noch einmal laufen lassen und mich
strikt an deine Angaben gehalten, so wie es aussieht ist es das Thermometer.
Ich wohne in einer Höhe von 112 m ü. NHN, habe Wasser im Kochtopf zum kochen
gebracht und mein Thermometer hat mir 95°C angezeigt, der Siedepunkt sollte aber
bei 99,6°C sein. Dann habe ich Wasser destilliert, das Thermometer wie immer
in die gleiche Position geschoben und siehe da, es hat nur 94,5 angezeigt.
Ich habe mich da wohl beim Kauf blenden lassen denn es wurde sehr gut bewertet.
Diese Problemlösung hätte ich selbst finden müssen, manchmal sucht man den Fehler überall
nur nicht an der einfachsten und logischten Stelle.

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Michael am 02.05.2017 16:02:14 | Region: Kreis Wesel
hallo zusammen, ich hänge da noch mal einen dran, Es gibt ja einige Melasse SOrten, die Bio soll man ja nicht nehmen. Frage an die, die schon einiges probiert haben, wie sieht es mit dieser hier aus:

Zuckerrohrmelasse 5 l EMA Herstellung EM Vermehrung EMIKO Garten Futtermittel,

klingt wie Dünger, ist auch Dünger, aber eben das Abfallprodukt welches sich Melasse nennt. DANKE für Infos.... LG

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Grog am 10.05.2017 00:28:43 | Region: Atlantik
Hallo Michael,

warum Bio nicht? Mal abgesehen dass Bio teurer ist sehe ich kein Problem. Futtermittel-Melasse ist normalerweise günstig und einwandfrei... das arme Pferd sollte es ja vertragen können.
Bei EM-Melasse kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

MfG,
Grog

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Klaus am 23.06.2017 07:32:35 | Region: Ozeanien
Hallo ich verfolge diesen Beitrag schon länger und ich würde gerne wissen woher Ihr die Melasse bekommt.
Wenn ich im Internet suche, finde ich nur EM Melasse in "größeren" Mengen. Melasse ohne das EM finde ich nur in Drogerien.

LG
Klaus

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Florian am 23.06.2017 07:37:00 | Region: Brandenburg
Em- melasse ist nicht anderes als normale Melasse,diese dient als Grundnährstoff für die Em Organismen zum vermehren . Also egal welche man nimmt

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Martin am 13.02.2021 13:15:10 | Region: Bayern

Servus zusammen,


ich habe jetzt auch mal eine Rummaische ausprobiert.

Folgendes habe ich angesetzt

5 Liter Melasse mit 5 Liter warmen Wasser angerührt, mit 15 Liter Wasser auf gefüllt. Biogen verwendet damit ich einen

ph von 3,6 zustande bekam, dazu eine Packung Turbohefe und alles im Fass verrührt.

Nach 4 Tagen kaum Gärung, habe dann mit einem Hefewürfel und etwas vom Inhalt des Fasses das ganze doch noch zum Gären gebracht.

Nach 14 Tagen hat es nicht mehr gegärt und ich habe die erste Destillation probiert.

Leider habe ich nur eine 2 Liter Destille, hier hab ich ca. 1,6 Liter Maische eingefüllt und erhitzt.

Bis 80 Grad kam kein einziger Troffen, dann ab und zu einer. Ab 85 Grad kam bisschen mehr raus.

Habe dann bis 91 Grad gebrannt, Geschmack und Geruch waren soweit in Ordnung, der Alkoholgehalt bei 51%,

nur was mich wunder ist die Ausbeute. Bei 1,6 Liter Maische nur 50 bis 80 ml Rum.

Bei meinen anderen Maischen ( Obst ) bin ich mehr gewohnt, bis zu 350ml.

Könnt ihr mir sagen ob ich etwas falsch gemacht habe bzw. hätte ich doch Zucker zugeben sollen?


Gruß Martin

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Sugar7 am 13.02.2021 19:28:00 | Region: Brasilien

Wenn du 5 Liter Melasse mit fünf Liter Wasser und noch 15 Liter Wasser verrührst, hast du in 25 Litern vielleicht 2 oder 3 Kilo vergärbaren Zucker. Da kann nicht mehr Alkohol entstehen.

Du hast hoffentlich Zuckerrohrmelasse genommen?


RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

GruselFusel am 08.04.2021 17:15:21 | Region: Welt

Google mal nach buccaneer bobs rum recepie

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

RUM-TREIBER am 27.12.2022 23:03:36 | Region: Süden

Hallo zusammen


Ich habe 10L Melasse mit ca. 9L Reste vom letzten Brand aufgefüllt ca. 4 Liter Wasser dazu und 2 KG Zucker.


Leider fängt die "Maische" dieses mal nicht an zu gären. 1. Versuch Rumhefe. 2. Versuch Turbohefe!

Leider geht da nix!


Bin neu in dem Thema daher um jede Idee/Hilfe dankbar!


Liebe Grüße

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

Tom am 28.12.2022 12:23:29 | Region: irgendwo

Mit einem Bohrmaschinenquirl (oder Pürierstab bei kleineren Mengen), die Maische zweimal täglich intensiv mixen, sodass viel Luft reinkommt. Nach spätestens zwei Tagen gärt's wie wild. Danach dann nicht mehr mixen und mit Gärspund gären lassen.

Gärstartprobleme hängen meistens mit der Temperatur zusammen, man unterschätzt oft wie kühl die Kerntemperatur der Maische ist.

RE: Rumerfahrungen - Melassesorte

RUM-TREIBER am 28.12.2022 14:33:56 | Region: Süden

Herzlichen Dank für die schnelle Antwort!


Zu kalt kann ich ausschliessen, hatte ja alles erhitzt und steht direkt neben der Heizung im Badezimmer da hats 22 Grad!


Das mit dem Aufrühren werde ich jetzt konsequent durchführen und hoffe dass es dann kommt!


Melde mich zurück wie der Stand ist!